Sehen und gesehen werden
Selbstverständlich realisieren wir Internet-Projekte nach den Richtlinien des W3C (World Wide Web Consortium) barrierefrei. Für Webprojekte, die von öffentlichen Einrichtungen ausgeschrieben werden, ist das inzwischen sogar verpflichtend.
Insbesondere Menschen mit Sehschwächen haben häufig Probleme, das für Sie eigentlich gut geeignete Medium Internet zu nutzen. Ursache ist meist unzureichendes Webdesign: Schrift zu klein, Kontraste zu gering, Bilder ohne Titel etc. Eines der Probleme in diesem Zusammenhang ergibt sich daraus, dass Sehschwäche eben nur eine bestimmte Schwäche ist, die sehr unterschiedlich differenziert auftreten kann. Von völligen Blindheit über Blindheit, die sich erst eingestellt hat (bei diesen Menschen ist also ein visuelle Gedächtnis vorhanden), weiter über Farbschwächen hin zu Schärfeschwächen (Weitsichtigkeit, häufig bei älteren Menschen). Darüber hinaus geht noch das Problem der Lesegewohnheit und der physikalischen Einstellung des Monitors.
Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass es sich bei Menschen mit Sehschwäche nur um eine kleine Minderheit handelt, die zu vernachlässigen sei. So haben zum Beispiel statistisch gesehen 10% der Bevölkerung eine Rot-Grün-Schwäche.
Aus gestalterische Sicht bewegen sich W3C konformes Sites allerdings auf einem schmalen Grat: Der Grund für kleine Schrift oder geringe Kontraste liegt ja nicht darin, sehbehinderten Menschen etwas vorzuenthalten, sondern eben darin, der vermeintlichen Mehrheit ein ästethisches Bonbon zu bieten. Kleine Schrift erlaubt größere "Leer-Flächen", geringere Kontraste gepaart mit stärkeren erlaubt das Setzen optischer Schwerpunkte, somit eine visuelle Führung.
Wir bemühen uns, zwischen diesen beiden "Abgründen" (Barrierefrei - ästethische Erscheinung) den optimalen Weg zu finden. Ziel ist es, die Seiten so zu gestalten, das sie zwar barrierefrei sind, aber nicht so aussehen, als seien sie nur barrierefrei, sondern eben so, dass sie den dargestellten Inhalt auch visuell vermitteln.
Allerdings, und das müssen wir einsehen, ist es nicht möglich, sich vorzustellen, wie man mit Sehschwäche sieht. Wir versuchen zwar über technische Tricks (z.B. Weichzeichnen oder Graustufen-Version der Entwürfe) unser Design zu überprüfen, aber natürlich können wir den Wert dieser Test nicht belegen.
Weitere Informationen zum Thema Barrierefreiheit finden Sie auf unserem Blog tagSeoBlog, zum Beispiel in dem Artikel "Google ist behindert - Barrierefreiheit für Mensch und Maschine". Wer heutzutage eine Website für Sehbehinderte optimiert, verbessert damit automatisch die Möglichkeiten, in den Suchergebnissen (z.B. Google) besser gelistet zu werden.
Nächste Seite: Suchmaschinenoptimierung: Bilder-Seo & Video-Seo